Untergrundvorbereitung
Stell Dir vor, Du klebst ein Pflaster auf fettige Haut. Es haftet kurz und fällt wieder ab. Genau das passiert, wenn eine Bodenbeschichtung auf einen Untergrund trifft, der nicht richtig vorbereitet ist.
Eine 2K-Beschichtung ist keine Farbe, die einfach obendrauf liegt. Sie muss in den Boden eindringen, in die kleinen Poren und Unebenheiten des Betons hineinziehen und sich dort festkrallen – wie Wurzeln im Erdreich. Damit das funktioniert, braucht sie zwei Dinge: einen sauberen Untergrund, an dem nichts zwischen Boden und Beschichtung stört, und eine leicht aufgeraute Oberfläche, in die sie sich hineinarbeiten kann.
Liegt dagegen Staub, Fett oder eine alte, lose Farbschicht auf dem Boden, kann die Beschichtung keinen Kontakt zum eigentlichen Untergrund aufbauen. Sie haftet dann nur an der Schmutzschicht und wenn die sich löst, löst sich alles mit. Das Ergebnis kennst Du vielleicht aus Forenberichten oder von Nachbarn: Blasen, Abplatzungen oder ganze Flächen, die sich nach wenigen Monaten vom Boden lösen.
Die Untergrundvorbereitung ist deshalb kein Schritt, den Du überspringen oder abkürzen solltest. Sie dauert oft länger als das Beschichten selbst, aber sie entscheidet darüber, ob Dein Boden Jahre hält oder nach dem ersten Winter Probleme macht.
Schritt 1 – Untergrund prüfen und bewerten
Bevor Du zur Schleifmaschine oder Rolle greifst, nimm Dir zehn Minuten und schau Dir Deinen Boden genau an. Geh die ganze Fläche ab (am besten bei gutem Licht) und stell Dir bei jeder Stelle vier einfache Fragen:
Alte Beschichtung drauf? Kratze an mehreren Stellen mit dem Spachtel. Platzt die alte Farbe in Schollen ab oder lässt sich lösen, muss sie komplett runter. Sonst haftet Deine neue Beschichtung nur an der alten und wenn die sich löst, kommt alles mit.
Fliesenboden? Geht grundsätzlich, aber: Die Fliesen müssen sorgfältig angeschliffen werden. Und das Fugenmuster bleibt sichtbar, die Beschichtung gleicht die Fugen nicht aus. Stört Dich das, musst Du vorher mit Ausgleichsmasse glätten.
Schritt 2 – Reinigen und Entfetten
Kehre den Boden gründlich ab und sauge ihn mit einem Staubsauger nach. Lose Teile, Sand und grober Schmutz müssen komplett weg.
Bei Ölflecken und Fettspuren: Alkalischen Entfetter oder Ölflecken-Entferner auftragen, 2–4 Stunden einwirken lassen, gründlich nachspülen.
Ein Fehler, den viele machen: zuerst schleifen, dann entfetten. Falsche Reihenfolge. Wenn Du zuerst schleifst, drückst Du die Fettreste nur tiefer in die frisch geöffneten Poren. Dort kann die Beschichtung sich nicht verankern. Auch wenn die Oberfläche sauber aussieht. Also: erst entfetten, dann schleifen.
Den Boden danach vollständig trocknen lassen.
Schritt 3 – Schadstellen ausbessern
Dein Boden muss nicht perfekt sein, aber tragfähig und möglichst eben. Die Beschichtung kann Risse und Löcher nicht ausgleichen, und an diesen Stellen entstehen später Schwachstellen.
Schritt 4 – Schleifen und Schleifstaub entfernen
Der Schritt, den Heimwerker am häufigsten auslassen und gleichzeitig auch der wichtigste. Beim Schleifen passieren drei Dinge: Du entfernst die Sinterschicht (die dünne, glatte Schicht, die sich beim Aushärten von Beton bildet), Du öffnest die Poren und Du schaffst eine raue Oberfläche, an der sich die Beschichtung festkrallen kann.
Welches Werkzeug?
- •Flächen bis ca. 20 m²: Winkelschleifer (125 mm) mit Diamanttopfscheibe – damit erreichst Du auch Kanten und Ecken.
- •Flächen ab 20 m²: Bodenschleifmaschine mit Diamantsegmenten. Kannst Du im Baumarkt oder bei Verleihern wie BOELS tagesweise mieten.
- •Ränder und Ecken in jedem Fall mit dem Winkelschleifer nacharbeiten.
Welche Körnung?
- •Dicke Sinterschicht oder alter Kleber: Starte mit Körnung 16–40.
- •Normales Anschleifen eines intakten Bodens: Körnung 60–80 reicht.
- •Du musst den Boden nicht glattschleifen. Im Gegenteil, eine leicht raue Oberfläche ist gewollt.
Schritt 5 – Grundieren oder Erstanstrich
Eine Grundierung verschließt die offenen Poren, reguliert die Saugfähigkeit und sorgt dafür, dass die Beschichtung gleichmäßig aushärtet. Ob Du eine separate Grundierung brauchst oder ob ein verdünnter Erstanstrich reicht, hängt vom Beschichtungssystem ab. Halte Dich an den Systemaufbau des Herstellers und mische keine Fremdprodukte.
Untergrundvorbereitung im EASYGROUND System
Für jeden der fünf Schritte gibt es im EASYGROUND Sortiment ein aufeinander abgestimmtes Produkt. Du musst nichts zusammensuchen.
Der erste Anstrich wird mit 10 % Wasser verdünnt und übernimmt die Funktion der Grundierung. Er zieht tief in die Poren, verschließt sie und bereitet den Untergrund auf den zweiten, unverdünnten Anstrich vor. Trockenzeit dazwischen: ca. 12 Stunden. Ein Produkt, ein Arbeitsgang weniger.
EASYGROUND Classic haftet auch auf leicht feuchtem Untergrund mit bis zu 18 % Restfeuchte. In Altbaukellern oder Garagen ohne Feuchtigkeitssperre kann das entscheidend sein.
Geeignete Untergründe: Beton, Zementestrich, Magnesiaestrich.
Die EASYGROUND Grundierung ist fester Bestandteil des Hart-Systems und muss vor der Beschichtung aufgetragen werden. Die hohe Abriebfestigkeit funktioniert nur mit vollständigem Schichtaufbau. Trockenzeit vor der Beschichtung: ca. 12 Stunden. Der Untergrund muss trocken sein. Ein leicht feuchter Boden ist bei diesem System nicht möglich.
Schadstellen reparieren mit dem EASYGROUND Zubehör
Du weißt jetzt, was Dein Boden braucht. Berechne jetzt Deinen Materialbedarf – inklusive der Vorbereitungsprodukte →
Hier geht es zum ProduktkonfiguratorHäufige Fragen zur Untergrundvorbereitung
Muss ich den Boden vor einer Beschichtung wirklich schleifen?
Welches Schleifgerät brauche ich als Heimwerker?
Wie erkenne ich, ob mein Untergrund noch tragfähig ist?
Wie gehe ich mit Ölflecken auf dem Betonboden um?
Alte Beschichtung auf dem Boden – was tun?
Wie feucht darf der Untergrund sein?
Was mache ich mit Rissen und Löchern im Boden?
Dehnungsfugen – überarbeiten oder aussparen?
Bei welcher Temperatur kann ich arbeiten?
Brauche ich eine Grundierung – und wann?
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Hier geht es zum ProduktkonfiguratorBist Du noch unsicher, welcher Untergrund vorliegt oder welches System das passende ist? Ruf uns gerne an oder schreibe uns eine E-Mail – wir beraten Dich kostenlos unter der +49 561 220 710 80 oder unter info@easyground.de.
Hier gibt es weiterführende Seiten und Informationen, die Dir bei Deinem Projekt weiterhelfen
- ✓Garagenboden beschichten – Anleitung für Deinen Garagenboden
- ✓Kellerboden beschichten – auch bei Feuchtigkeit
- ✓Werkstattboden beschichten – für hohe Beanspruchung
- ✓Verarbeitungsvideos – Schritt für Schritt zum Anschauen, damit dein Projekt ein voller Erfolg wird
- ✓Bodengrundierung – wann du sie brauchst und wann nicht
- ✓Epoxidharz Bodenbeschichtung – wie du aus deinem Boden eine pflegeleichte und robuste Oberfläche machst, auf die du Stolz sein kannst







